MULTI-MEDIA LADIES. ZUM THEORETISCHEN UMGANG MIT PRODUKTIONEN VON JAGODA SZMYTKA, BRIGITTA MUNTENDORF, JULIA MIHÁLY UND KATARZYNA GŁOWICKA

Authors

  • Gesine Schröder Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig /, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Bei klingenden Kunstprodukten (oder pauschal vorgreifend gesagt: bei Musik) ist es schon musikintern, schwer genug, die unterschiedlichen Aspekte des Klingenden analytisch aufeinander zu beziehen, jedenfalls wenn, man halbwegs rational angeben will, wie diese Aspekte zusammenwirken. Wie verhält sich die Harmonie zum, Metrum? Lässt sie sich von ihm leiten? Oder wird umgekehrt das Metrum von der Harmonie bestimmt? Wirkt das, Timbre auf die Strukturierung der Zeit? Wie verhält sich Harmonie zum Timbre? Weit ist man davon entfernt, dass, Musiktheoretiker*innen Verfahren zur Verfügung stünden, mit denen sich bloß die Aspekte eines traditionell, aufgeschriebenen Tonsatzes miteinander verrechnen ließen. Doch möchte man, um ein Schnipsel der eigenen, ästhetischen Erfahrung zu ergreifen, diese Aspekte wenigstens intuitiv aufeinander beziehen. Bei multimedialen, Produkten häufen sich die dargestellten Schwierigkeiten drastisch. Wie geht man beispielsweise mit Julia Mihálys, 2018 uraufgeführter Multimedia-Performance Grand Hotel Establishment um?, Abbildung 1: Still aus Julia Mihály, Grand Hotel Establishment (2018)1, Die hier engagierten Medien sind neben dem Klingenden das Gesehene, zu dem die Bewegungen der, Protagonistin, ihr Körper, ihre Frisur, ihr Bühnenkostüm2 und das Bühnenbild gehören, außerdem – von ihr kaum, in Rechnung zu stellen – der Raum und seine Beleuchtung, das Publikum, die Technik und die Leute, die für die, Aufnahme verantwortlich waren, sowie die technische Reduktion, mit der das Videos auf Youtube zu sehen und, 1 Nach www.youtube.com/watch?v=3Dz4bIljBj8, Abruf 10.10.2018., 2 Des Öfteren hat Juia Mihály die Bedeutung von Bühnenkleidung reflektiert, vgl. Julia Mihály: „Dresscodes: über Kleidung in der, Neuen Musik-Szene“, in: Positionen. Texte zur aktuellen Musik Bd. 111.2017, S. 26–28, oder dieslbe: „Partychic und, Frischhaltefolie. Aktuelle Ansätze im Umgang mit Bühnenkleidung in der neuen Musik“, in: Musik-Texte Bd. 157.2018, S. 9-14. Author

Keywords:

JAGODA SZMYTKA, BRIGITTA MUNTENDORF, JULIA MIHÁLY, KATARZYNA GŁOWICKA

Abstract

Bei klingenden Kunstprodukten (oder pauschal vorgreifend gesagt: bei Musik) ist es schon musikintern schwer genug, die unterschiedlichen Aspekte des Klingenden analytisch aufeinander zu beziehen, jedenfalls wenn man halbwegs rational angeben will, wie diese Aspekte zusammenwirken. Wie verhält sich die Harmonie zum Metrum? Lässt sie sich von ihm leiten? Oder wird umgekehrt das Metrum von der Harmonie bestimmt? Wirkt das Timbre auf die Strukturierung der Zeit? Wie verhält sich Harmonie zum Timbre? Weit ist man davon entfernt, dass Musiktheoretiker*innen Verfahren zur Verfügung stünden, mit denen sich bloß die Aspekte eines traditionell aufgeschriebenen Tonsatzes miteinander verrechnen ließen. Doch möchte man, um ein Schnipsel der eigenen ästhetischen Erfahrung zu ergreifen, diese Aspekte wenigstens intuitiv aufeinander beziehen. Bei multimedialen Produkten häufen sich die dargestellten Schwierigkeiten drastisch. Wie geht man beispielsweise mit Julia Mihálys 2018 uraufgeführter Multimedia-Performance Grand Hotel Establishment um?

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Published

2026-02-11