SCHMUTZ MIT REINER STIMMUNG. GYÖRGY LIGETIS ORCHESTRALE INVENTIONEN IM HAMBURGISCHEN KONZERT

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  • Gesine Schröder Universität für Musik und darstellende Kunst Wien,, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Spätwerke sind fast immer unreine Werke: Gemische aus vielem, was im Laufe eines, Komponistenlebens zusammenkam, Ansammlungen von Liebgewordenem und von dem, was man nicht, mehr loslassen kann, selbst wenn man wollte. György Ligetis Hamburgisches Konzert für Horn und, Kammerorchester, eines der allerletzten Werke des zur Zeit seiner Entstehung fast achtzigjährigen, Komponisten, ist ein Spätwerk im emphatischen Sinne. Ligeti integriert kompositorische Interessen seiner, frühen Jahre und aktiviert damit die Vorstellung des sich rundenden Lebenswerks; es gibt so etwas wie, Adornos vielzitierte stehen gelassene Konventionen, und man findet Desintegration, die schwer als Resultat, von Unvermögen zu deuten sein dürfte. Mit rhythmischen Texturen nicht europäischer Herkunft, mit, harmonischen Ideen, angeregt von der Just Intonation, und mit timbralen Neuerfindungen setzt Ligeti, Ambitionen seiner letzten Schaffensjahrzehnte fort. Das Werk ist (fast) eine Summe seines Schaffens,, jedoch wurde die Summe nicht gerundet. Was überstand, ließ Ligeti meistens stehen., Während Rhythmisches und noch mehr Momente, die Diastematisches betreffen, musikologische, Aufmerksamkeit fanden,1 war die Art, wie Ligeti das Kammerorchester des Hamburgischen Konzerts, zusammenstellt und behandelt, bisher lediglich Nebenbemerkungen in allgemeinen Einführungen zu dem, Stück wert. Aus der Perspektive der Orchestrationsanalyse soll meine Aufmerksamkeit für diesen Beitrag, dem timbralen Aspekt des Konzerts gelten, einschließlich des ästhetisch-historischen Horizonts, auf den das, verwendete Instrumentarium anspielt. Als Material der Untersuchung werden lediglich die Partitur und eine, Aufnahme zurate gezogen. Es handelt sich mithin, ziemlich altmodisch, um eine Einzelanalyse eines Werks,, für diesmal aber unter praxisrelevanten Aspekten., Der Titel von Ligetis Konzert spricht aus, woher der Wind des Stückes weht: von Brandenburg. In, Anlehnung an Bachs Brandenburgische Konzerte besteht das Orchester aus vergleichsweise wenigen, Musikern. Die Besetzung des 19 Instrumentalisten plus Dirigenten und Solisten verlangenden, Hamburgischen Konzerts wird in der Partitur als ‚Orchester’ bezeichnet (siehe Tabelle).2, 1 Vgl. Charles COREY – Pitch and Harmony in György Ligeti’s Hamburg Concerto and Syzygy for String Quartet, Doctoral Thesis,, Pittsburgh 2011, sowie Christoph GÖBEL – György Ligetis Hamburgisches Konzert – eine analytische Studie, Diplomarbeit an der, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig 2006., 2 Vgl. S. [VI] und [VII] der Partitur. György Ligeti – Hamburgisches Konzert für Horn solo und Kammerorchester (mit zwei, Bassetthörnern und vier obligaten Naturhörnern). (1998/99, 2002). Studienpartitur, ED 9601, Mainz [u.a.], Schott, 2004 (Musik, unserer Zeit). Uraufgeführt wurde die Bezeichnung ‚Ensemble’ näher, und so wurde das Hamburgische Konzert auch von einem, solchen uraufgeführt, dem von Reinbert de Leeuw geleiteten niederländischen Asko Ensemble, welches seit 2009 mit dem, Schönberg Ensemble zu dem Asko|Schönberg Ensemble zusammengeschlossen ist. Author

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2026-02-11